Was ist Osteopathie?

 Osteopathie ist Ursachenfindung. Der Patient mit seinen individuellen Symptomen steht im Vordergrund. Zur Findung möglicher Ursachen werden körperliche (somatische) und psychosomatische  Befundparameter in einer ausführlichen Befragung (Anamnese) in Verbindung gesetzt. Die Lebensweise, vorrangegangene Erkrankungen, Traumata und die eigene Geburt werden berücksichtigt, um den gesamten Organismus zu verstehen und seine Beschwerde richtig deuten zu können.  Der Befund und die Behandlung basieren auf fundiertem physiologischem und anatomischem Wissen.

Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, die Ursachen eines Symptoms zu finden und unter Einbeziehung alle Körpersysteme und deren Wechselwirkungen diese zu lindern bzw. abzustellen. Die körpereigenen Ressourcen werden verbessert, um den Selbstheilungseffekt herbeiführen zu können. Das Erkennen und die Förderung  von verloren gegangener Mobilität und des Drainagevermögens der Gewebe führt zu einer Stimulation des Immunsystems und einer Vitalitätssteigerung des gesamten Organismus.

Praxis Raum1

 

Geschichte der Osteopathie

Die Osteopathie wurde am 22.06.1874 durch den amerikanischen Landarzt Andrew Taylor Still (1828-1917) als eine Alternative zur amerikanischen Medizin jener Zeit verkündet. Still war während des amerikanischen Bürger-krieges als Chirurg tätig und befasste sich intensiv mit der Anatomie des Menschen. Ebenso interessierte er sich für die Gesetze der Natur und studierte alternative Heilmethoden von den Shawnee-Indianern und wurde durch Major Abbot in medikamentenfreier Medizin geschult. Still vertrat die Individuelle Freiheit und kämpfte aktiv und politisch gegen die Sklaverei. Er setzte sich für die Stimmrechte der Frauen ein. 1892 gründet er die „American School of Osteopathy“ in Kerksville und ermöglichte es, als erste medizinische Einrichtung in den USA, dass Frauen gleichberechtigt ausgebildet werden durften. Übersetzt man Osteopathie wörtlich aus dem Griechischen bedeutet osteon = Knochen und pathos = Leiden oder Krankheit. Das Leiden der Knochen war für A.T. Still Anlass, Blockierungen zu erspüren und diese zu lösen. Ein Schüler des „alten Doktor“ gründete 1917 die „British School of Osteopathy“ in London brachte somit die Osteopathie nach Europa.


Die Osteopathie und das Verständnis für Gesundheit bzw. das Fehlen von Gesundheit basiert auf
5 biologischen Prinzipien:

 Prinzip 1: Struktur und Funktion

è Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig und haben als Gemeinsamkeit die Bewegung.

Prinzip 2: Selbstheilungskraft des Körpers

è Ziel des Osteopathen ist es, den Organismus zurück in sein Gleichgewicht zu bringen, um die körpereigenen Heilungskräfte anzuregen.

Prinzip 3: Der Körper als Einheit

è Es besteht eine unteilbare Einheit des gesamten Körpers, wodurch die Körperabschnitte nicht von einander trennbar sind.

Prinzip 4: Die Durchblutung als Wichtigstes

è Auch als das Gesetz der Arterie bekannt, beinhaltet es alle Sekrete und Botenstoffe des Körpers. Es gewährleistet den Stoff-wechsel, die Immunabwehr und die Drainage  aller Gewebe und Strukturen.

Prinzip 5: Der Patient und nicht die Krankheit

è Der Patient steht im Vordergrund der Aufmerksamkeit des Osteopathen.